Stadtrand 

Wie Poplärm mir meinen Beethoven versaut hat

Urbanismuskolumne


Matthias Dusini
Stadtleben | aus FALTER 19/11 vom 11.05.2011

Wie schwebend hat der Buchbinder-Rudi das Thema von den Streichern übernommen. Und schön getragen haben s’ geklungen, die Symphoniker, wie sie den Einsatz vorbereitet haben. Wie ein Choral muss das G-Dur-Konzert klingen, sage ich immer. Dada-dam.

Und dann hat’s angefangen mit dem Brummen und Wummern. Ein Popfest, hat’s gheißen, sei draußen am Karlsplatz. Man hat sich drinnen im Musikvereinsaal gar nicht mehr auf den Pianisten konzentrieren können, so enervierend waren die Geräusche. In der Pause bin ich mich dann beschweren gegangen an die Kassa. Eine Unverschämtheit ist das, mein Musikvereinsabo kostet ja nicht nichts. Und auch dem Rudi gegenüber ist das eine Sauerei.

Nach dem Konzert bin ich rüber gangen, um mir das Spektakel anzuschauen. War alles eigentlich eh ganz friedlich, und die Buberln auf der Bühne hatten sogar Anzug und Krawatte an. Und es war nicht lauter als mein Radiowecker. Ganz ehrlich, in dem Alter hätten wir ganz anders aufgedreht.

Matthias Dusini versucht, sich in die Lage eines Musikvereinsbesuchers hineinzuversetzen


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