Canal Grande

Stadtleben | aus FALTER 19/11 vom 11.05.2011

Brücken, Ufer, Promenaden: Wien hat den Donaukanal nicht eben erst entdeckt. Das zeigen historische Postkarten und ein neues Buch zum Thema. Daraus ein Vorabdruck

Recherche: Peter Payer

Nach unzähligen vergeblichen Versuchen war es Ende des 19. Jahrhunderts so weit: Der Donaukanal mutierte zu einem technisch beherrschten Fließgewässer. Sein Verlauf wurde begradigt, die Abzweigung vom Hauptstrom mittels Sperrschiff und später Wehranlage technisch auf der Höhe der Zeit reguliert, die innerstädtischen Ufer mittels solider Kais und Stützmauern befestigt, hinter denen die neue Stadtbahn fuhr und riesige Sammelkanäle verliefen. Zahlreiche neue Brücken verklammerten das zunehmend dichter verbaute Ufer jenseits des Kanals mit der Kernstadt. Der rund 17 Kilometer lange Kanal avancierte zu einem großstädtischen Gewässer, das sich nun auch gestalterisch - die architektonische Leitung lag in den Händen von Otto Wagner - in modernem Gewand präsentierte.

Es war diese Umgestaltung, die ihn

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