Kritik

Für die Opfer des Krieges und des Terrors

Lexikon | aus FALTER 20/11 vom 18.05.2011

Sie alle stellen sich an, um den Sprung ins kühle Nass zu wagen: Was als buntes Einzelbild wie ein harmloses Sommervergnügen daherkommt, wird als Serie der Künstlerin Flaka Haliti fragwürdig. Die Arbeit "Kettenreaktion“ zeigt im Leuchtkasten 39 Fotos junger Männer, die sich im Schwimmbad für das Sprungbrett aufreihen. Im Pressetext zur Ausstellung "Fade Up / Flash Back“ wird erwähnt, dass Haliti zu den ersten Künstlerinnen im Kosovo, einem "männlich dominierten Land“, zählt. Den Besuch der von Silvia Eiblmayr kuratierten Ausstellung lohnt schon Halitis zweite Arbeit "Unser Tod. Ein Dinner für die Anderen“. In dieser Doppelprojektion zeigt die 1982 in Priština geborene Künstler einerseits das Musikvideo der Band Jericho, die einen Song vor Fotos von im Kosovo-Krieg verschwundenen Personen spielt. Dieses Lied wird mit einem aufgezeichneten Gespräch konfrontiert, in dem die Hinterbliebenen über Recht oder Unrecht sprechen, ihr Leid auf diese Weise künstlerisch zu verarbeiten.


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