Vernissage

Geschichte der Kunst in der arabischen Welt

Lexikon | aus FALTER 20/11 vom 18.05.2011

Mit seiner Atlas Group sorgte der libanesische Künstler Walid Raad auf der Documenta 11 noch für Verwirrung, da von einem Künstlerkollektiv als Autor ausgegangen wurde. Mittlerweile hat sich geklärt, dass Walid Raads "Gruppe“ imaginär ist und es sich um ein fortlaufendes Archivprojekt zur psychologischen, politischen und ästhetischen Verfassung während der libanesischen Bürgerkriege handelte. Im Rahmen der Festwochen findet nun im Kunstraum Thyssen-Bornemisza Art Contemporary (TBA 21) eine Ausstellung und eine Performance des in New York lebenden Künstlers statt.

Unter dem Titel "Scratching on Things I Could Disavow / A History of Art in the Arab World“ wird auf die arabische Kunst von gestern und heute eingegangen sowie die Schaffung einer neuen Infrastruktur für bildende Kunst im Nahen Osten und in der Golfregion hinterfragt. Raad thematisiert die rasante Entwicklung von musealen Institutionen in Städten wie Abu Dhabi, Beirut, Kairo, Doha, Istanbul und Sharjah, die vielfach vor allem mit kulturtouristischen Geschäftszielen zu tun haben.

In seiner Performance tritt der Künstler selbst als Erzählerfigur und "Museumsführer“ auf. Er stellt darin die Frage, inwieweit die Region durch die verschiedenen Kriege in ihrer Tradition materiell und immateriell beeinflusst beziehungsweise beschädigt wurde. Die vermeintliche Objektivität historischer Diskurse bildet dabei abermals einen Fokus künstlerischer Infragestellung. NS

TBA 21, Do 19.30; bis 15.6.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige