Kunst Kritik

Alter Hut in neuen Räumen

Steiermark | aus FALTER 20/11 vom 18.05.2011

In seiner Würde und seiner Pracht erstrahlt das Palais Herberstein neu.“ Die Worte, die die verantwortliche Kunsthistorikerin Eva Marko zur Neueröffnung der in die ehemaligen Räume der Neuen Galerie übersiedelten Kulturhistorischen Sammlung des Joanneums braucht, treffen zum Glück nur bedingt zu. Erstrahlen tun in den von Riegler Riewe Architekten adaptierten und in dezentes Grau gehüllten Räumlichkeiten zuallererst die gut ausgeleuchteten Objekte, die vom Steirischen Herzogshut gleich zu Beginn des Sammlungsrundgangs über den Prunkwagen Friedrichs III. bis hin zu Edelinstrumenten und Uhren reichen.

Also zeigt die Sammlung dem allzeit stehsatzbereiten Kulturlandesrat, dass die Steiermark immer schon viel mit Design zu tun hatte: "Wer nicht weiß, woher er kommt, weiß auch nicht, wohin er geht.“ Dem Besucher zeigt sie eine seltene Dichte an Statussymbolen vergangener Zeiten, die auf Wunsch auch, mit entsprechenden Musikstücken untermalt, betrachtet werden können. Die historischen Kabinette und Säle wurden behutsam restauriert und erstrahlen nun auch. Allerdings, so viel Spaß am Sparen muss sein, in verbrauchsreduzierter Lusterbestückung.

Im ersten Stock ist die erste Sonderausstellung untergebracht. Von unterschiedlichen Sammlungen des Joanneums beschickt, spannt sich ein launig assoziierender Bogen zum Thema "Die Zeit. Vom Augenblick zur Ewigkeit“, der künstlerische Arbeiten von zweintopf oder Markus Wilfling ebenso umfasst, wie Tierpräparate, die deutlich machen, dass die Zeit auch außerhalb der Kulturhistorie vergeht. Das Erdgeschoß teilt sich der Schmuckdesigner Giampaolo Babetto bald mit dem "österreichweit einzigartigen Kulinarikkonzept“ des Prato im Palais. Na dann Prost! UT

Museum im Palais, Ausstellungen bis 8. 1. 2012 bzw. 25. 9. 2011


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