Vom Potenzial des gewaltfreien Widerstands

Steiermark | Herwig G. Höller | aus FALTER 20/11 vom 18.05.2011

Eine preisgekrönte Doku zum Nahostkonflikt bei agit.DOC

Der Nahost-Friedensprozess, der noch immer oder schon wieder praktisch tot ist, die unerwartete Versöhnung der bislang verfeindeten Fraktionen Hamas und Fatah vor dem Hintergrund des arabischen Frühlings, der überraschende Rücktritt des amerikanischen Nahost-Gesandten vergangene Woche: Julia bachas mehrfach ausgezeichneter Dokufilm "Budrus" (2009), der im Rahmen von agit.DOC im Forum Stadtpark gezeigt wird, könnte leider nicht aktueller sein.

Bacha, eine in New York lebende Brasilianerin, bricht die Komplexität des Nahost-Konflikts auf die Perspektive eines einzelnen Dorfes herunter: Budrus liegt im palästinensischen Westjordanland, direkt an der israelischen Grenze. Die Dorfbewohner haben mit den geplanten Sperranlagen, die offiziell Israel vor Selbstmordanschlägen schützen sollen, ein massives Problem: Ein beträchtlicher Teil der Dorffläche ginge verloren, damit verbunden Tausende Olivenbäume. Bachas Fokus liegt auf den Möglichkeiten gewaltfreien Widerstands: Ein Fatah-Aktivist verbündet sich mit einem Widersacher von der Hamas, ein Mädchen entdeckt Möglichkeiten, die Burschen nicht offenstünden. Und auch von den israelischen Aktivisten kommt Unterstützung. Bislang hat sich Pazifismus aber nicht durchgesetzt - am Wochenende eskalierte erneut die Gewalt an Israels Grenzen.

Forum Stadtpark, Mo 20.30


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