Immanuel Kant geht einkaufen

Essay: Armin Thurnher | aus FALTER 20/11 vom 18.05.2011

Warum Österreich bei biologischen Lebensmitteln vorn dabei ist und was das bedeutet

K ürzlich war in einem Nachrichtenmagazin zu lesen, angesichts moralischer, die Zukunft betreffender Fragen mache "auch der kategorische Imperativ Immanuel Kants schnell schlapp“. Abgesehen davon, dass im Vergleich zu Aussagen eines durchschnittlichen Magazinjournalisten der kategorische Imperativ sich als recht dauerhaft erwiesen hat (hält bereits seit 226 Jahren), betreffen relevante moralische Fragen stets die Zukunft. Was sollen wir tun? Wie sollen wir handeln? Was sollen wir essen?

Der kategorische Imperativ vor dem Supermarktregal fragt uns, ob wir uns vorstellen könnten, dass unser Handeln, in diesem Fall die Entscheidung, eine Bio- statt eine Nicht-Bio-Tomate zu kaufen, zu einem allgemeinen Gesetz werden könnte. "Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde,“ lautet eine vom Nachrichtenmagazin korrekt zitierte Formel dieses Imperativs.


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