Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 20/11 vom 18.05.2011

Jahrelang war der Gepp-Sepp in der Redaktion nur durch seine tollen Artikel aufgefallen und durch einen in diesem Berufsumfeld unüblichen Mangel an Divenhaftigkeit - ein einnehmender Charakterzug, der outfitmäßig kongenial von handbreit gestreiften Pullovern in den Farben Weinrot gedeckt und Schiefergrau medium begleitet wurde. Doch dann muss den Mann eine Art Terrorzellenweckruf ereilt haben. Irgendwer hat den Gepp auf mich angesetzt. Es begann mit launigen Titelvorschlägen zur Burgtheater-"Affäre“ à la "Die Hart, Mann“ und setzte sich letzte Woche mit dem todernst vorgetragenen Vorschlag fort, im Falle eines österreichischen Sieges beim Songcontest statt Bob Dylan eine gewisse Nadine aufs Cover zu tun.

Zum Scherzen war mir in diesem Moment schon deswegen nicht zumute, weil potenzielle Bündnispartner stark geschwächt waren: Armin Thurnher sang geistesabwesend seine Lieblingssongs (von Dylan, nicht Nadine) vor sich hin, nach denen er offenbar gern gefragt worden wäre ("Simple Twist of Fate“, "Lay, Lady, Lay“); Stefan Apfl ("My Back Pages“) war in Kairo einer islamistischen Darmparasitenattacke zum Opfer gefallen, die aufs Konto der nämlichen Leute geht, die den Gepp programmiert haben; und Doris Knecht ("Idiot Wind“, Repeat-Taste von Wien bis Bregenz) nimmt seit 1998 an keinen Redaktionssitzungen mehr teil. Es ist dann aber eh gut ausgegangen. Nadine wurde gute 18., und ich bin dann mal weg: "Ain’t talkin’, just walkin’ / Walkin’ ever since the other night / Heart burnin’, still yearnin’ / Walkin’ ’til I’m clean out of sight.“


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