Kommentar

Fall Zinggl: wenn die kritische Öffentlichkeit selbst kritisiert wird

Kulturpolitik


Florian Klenk
Falter & Meinung | aus FALTER 20/11 vom 18.05.2011

Es ist erstaunlich, mit welchen Untergriffen Teile der Kulturszene auf Wolfgang Zinggl losgehen. Der grüne Kultursprecher sei ein "Scharfrichter“ (Dieter Schrage), ein "Zelot“ mit "Mistforke“ (Feridun Zeimoglu). Er möge endlich "kulturpolitisches Schweigen“ an den Tag legen (Robert Menasse). Denn, so formulierte es Matthias Fiegl von der Lomografischen Gesellschaft im Standard: "Strafanzeigen ersetzen keine Kulturpolitik, populistischer Justizaktionismus nicht die Liebe zur Kunst! Zum Glück leben wir in einem Rechtsstaat und haben unabhängige Richter, die Urteile sprechen, und nicht Politiker!“ Na, prack.

Was hat dieser Wolfgang Zinggl eigentlich verbrochen, dass er solche Häme über sich ergehen lassen muss? Wieso kritisieren sonst kritische Kulturschaffende einen Störenfried und verweisen auf die in Österreich bekanntlich glänzend funktionierende Justiz?

Zinggl hat getan, was Peter Pilz seit Jahrzehnten tut: Er kritisiert Vetternwirtschaft. Allerdings nicht in der Politik,

Abo hier bestellen Abo hier bestellen
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl und erhalten Sie sofort einen Digitalzugang, um Artikel kostenfrei zu lesen.
Wenn Sie kein FALTER-Abo haben, können Sie diesen Artikel hier einzeln kaufen, als neuer Nutzer kostenfrei mit Startguthaben.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige