Kolumne

Zu elitär, um sich selbst zu schützen: Europa in der Krise

Außenpolitik

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 20/11 vom 18.05.2011

Es gibt zwei Errungenschaften der europäischen Integration, die für die Bürger als konkrete Elemente gemeinsamer Identität erfahrbar sind: den Euro und Schengen, die Reisefreiheit innerhalb von 25 Staaten Europas. Beide Errungenschaften stecken in einer Krise. Vermutlich wird man Kompromisse finden, um einen Kollaps zu verhindern, aber die Zeichen stehen auf Rückzug. Nationalismus ist wieder populär und (noch) relativ kleine rechtsextreme Parteien und ihnen nahestehende Medien nehmen Regierungen in Geiselhaft. Es ist höchste Zeit, die Gefahr zu erkennen und sich dagegen zu wehren.

Nein, heißt es vom offiziellen Dänemark, das Land wolle Schengen keineswegs infrage stellen, es seien nur Zollkontrollen geplant, um den zunehmenden Waffenschmuggel und die grenzübergreifende Kriminalität zu unterbinden. Das entspricht nicht der Wahrheit. Dänemarks Entscheidung, an seinen Grenzen wieder permanente Kontrollen einzuführen, war Ergebnis eines politischen Deals zur Durchsetzung der Pensionsreform.


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