Die Wut der Arbeiterkinder in der Vorstadt

Politik | Bericht: Joseph Gepp | aus FALTER 20/11 vom 18.05.2011

Was hilft gegen den Radikalismus in Wiener Randbezirken? Eine Begegnung mit der Bezirkschefin von Simmering

Hin und wieder ahnt man, dass die zivilisatorische Decke dünn und der soziale Friede ein bedrohtes Gut ist. "Manchmal ist es zum Verzweifeln“, sagt Renate Angerer. "Zum Beispiel, wenn alte Leute zu mir kommen und sagen: ‚Warum haut ihr die Türken nicht einfach auf Lastwägen und führt sie weg?‘“

Angerer, 63, eine resolute Dame mit dem Zungenschlag der Vorstadt, ist Bezirksvorsteherin der ehemaligen Arbeiterhochburg Simmering. Heute, wo sich der einst ausgebeutete Proletarierstand Urlaube und gepflegte Wohnungen leisten kann, hat Angerers SPÖ immer noch 49 Prozent im Bezirk inne. Dennoch beschleicht einen mitunter ein mulmiges Gefühl, wenn man in den Beisln des Bezirks alteingesessene Bewohner nach ihrem Befinden fragt.

Wie aus einem Bürgerkrieg klingen oft die Schilderungen. Türkische Banden sollen im Park die Messer wetzen, ganze Straßenzüge zu No-go-Areas verkommen.


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