Nachgesehen

Zornige und Egomanen: der erste Stammtisch für Wutbürger

Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Politik | Ruth Eisenreich | aus FALTER 20/11 vom 18.05.2011

Das deutsche Wort des Jahres 2010 hat es nach Österreich geschafft: der Wutbürger, laut Wikipedia ein Bürgerlicher, der gegen willkürlich scheinende Politik und fehlende Partizipationsmöglichkeiten protestiert. Die Journalistin und Presse-Kolumnistin Anneliese Rohrer organisierte vergangenen Montag im Café Museum einen Stammtisch für ihn. Etwa 60 Menschen kamen, weit mehr als erwartet. Viele davon hätten jedoch Einzelinteressen vertreten, erzählt Rohrer - es sei chaotisch zugegangen.

Der nächste Stammtisch am 20. Juni soll daher nur für jene da sein, die Österreich strukturell verändern wollen. Rohrers Plan: Die Menschen zu vernetzen und konkrete Vorschläge zu machen. "Das Schwierigste war“, sagt sie, "das Da-kann-man-nichts-machen zu überwinden.“ Ob ihr Stammtisch wirklich Veränderungen bewirken wird, traut sich Rohrer nicht abzuschätzen. Eines aber wisse sie: "Es ist mehr Unruhe, Frust und Wut da, als Politiker wahrhaben wollen.“


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