Nachgetragen: Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Kopftuch in der Arbeit: rechtlich erlaubt, in der Realität verboten

Politik | Sahel Zarinfard | aus FALTER 20/11 vom 18.05.2011

Der Kampf um Jobs am Arbeitsmarkt ist hart - und nicht immer fair, wie die Plattform für Menschenrechte dieser Tage kritisiert. So leiden viele Musliminnen in Österreich unter Diskriminierungen wegen ihres Kopftuchs. "Oft werden Lehrstellen an Musliminnen nicht vergeben. Oder es heißt: Sie können bei uns arbeiten, aber mit Kopftuch nur als Putzfrau“, sagt Ursula Liebing, Sprecherin der Plattform für Menschenrechte.

Auf rechtlicher Ebene gibt es klare Regeln. Religionszugehörigkeit darf zu keiner Diskriminierung am Arbeitsmarkt führen. Das Einhalten religiöser Bekleidungsvorschriften ist ein Teil der Religionsausübung und daher geschützt.

Dennoch sind derzeit in der Wiener Arbeiterkammer einige Kopftuch-klagen anhängig. "Das Arbeiten mit Kopftuch wird nur hinter verschlossenen Türen erlaubt. In der Öffentlichkeit wie zum Beispiel an der Kassa oder hinter einem Schreibtisch sind Kopftücher gar nicht gern gesehen“, sagt Liebing. "Ich denke jedoch nicht, dass der Zugang zum Arbeitsmarkt für Musliminnen gänzlich verwehrt ist.“

Die Plattform für Menschenrechte will daher gemeinsam mit dem Arbeitsmarktservice verstärkt auf Workshops setzen, um mit Vorurteilen aufzuräumen.


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