"Wir erleben eine Idiotisierung der Öffentlichkeit“

Medien | Gespräch: Wolfgang Zwander | aus FALTER 20/11 vom 18.05.2011

Thomas Meyer, einer der renommiertesten Medienexperten Europas, über den Niedergang von Politik und Journalismus

Als die "neben London sprühendste Stadt Europas“ bezeichnet Thomas Meyer Wien, wo er sich zu Vortragszwecken aufhält. Der gebürtige Frankfurter, 67, sitzt im Gastgarten des Café de l’Europe am Graben, bestellt einen Cappuccino und wundert sich über den preisgünstigen Tafelspitz, der um die Ecke angeboten wird. Der bekennende Sozialdemokrat hat unter anderem Willy Brandt beraten und ist ein international gefragter Medienexperte. Mit seinem Buch "Mediokratie“, in dem er die Kolonisierung der Politik durch die Medien kritisiert, sorgte er zuletzt für Aufsehen. Meyer referierte vergangene Woche in Wien im Bruno-Kreisky-Forum.

Falter: Herr Meyer, Sie sagen, Politiker orientieren sich viel zu sehr an der Logik der Boulevardmedien, die kein Interesse hätten an gutem Journalismus, sondern vor allem Geld verdienen wollen. Sie warnten schon vor zehn Jahren in ihrem Buch, dies


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige