Der Generaldirektor des schlechten Geschmacks

Feuilleton | Reportage: Matthias Dusini | aus FALTER 20/11 vom 18.05.2011

Warum der Sammler Rudi Schmutz seine Gemälde von Karl Wilhelm Diefenbach nicht im Museum zeigen möchte

R udi Schmutz öffnet die Tür zu einer Dachgeschoßwohnung in Währing. Als Erstes fallen dem Besucher Lenin-Köpfe und Landschaften des in Vergessenheit geratenen, politisch zweifelhaften Malers Karl Sterrer auf. "Ich habe mich immer schon auf Nischen verlegt“, sagt Schmutz und führt in das Studio, in dem er die Werke seines Lieblingskünstlers ausgebreitet hat, des Münchner Malers, Kommunarden und Lebensreformers Karl Wilhelm Diefenbach (1851-1913).

Unheimliche Grotten, Porträts verzückter Heiliger und ägyptische Sphinxen sind Diefenbachs Sujets. Sie lösen an den Geschmackssensoren Kitschalarm aus. Schmutz lässt sich davon nicht beirren und fährt nach Deutschland und Italien, um an die Diefenbachs heranzukommen. Er weiß über dessen exzentrisches Leben in Wien und auf Capri Bescheid und kann die Ideen hinter der schwülstigen Oberfläche entziffern. Tierschutz, freie Liebe


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