Ein Sisyphos im Fluss der Zeit

Feuilleton | Exegese: Jörg Magenau | aus FALTER 20/11 vom 18.05.2011

Schon zu Lebzeiten hat Bob Dylan den Eintritt in die Ewigkeit erledigt. Spaß ist das keiner, über das Wesen der Zeit aber lässt sich einiges lernen

Bob Dylan lebt, denn er ist unsterblich. Vor Jahrzehnten hat er sich auf die "Never Ending Tour“ begeben, die definitionsgemäß unabschließbar ist. Ob und wie die Zeiten vergehen und sich dabei ändern und was die Zeit überhaupt ist, das entscheidet im Zweifelsfall er selbst.

Zurzeit surft er von Ostasien kommend via Australien über Irland Richtung Europa, macht sich also die Kräfte der Erdrotation zunutze für kosmische Allgegenwart. Die Länder, in denen er noch nicht gewesen ist, werden allmählich knapp, nachdem er zuletzt - nicht unumstritten - auch die Volksrepublik China besuchte und dort sein virtuelles Fähnchen platzierte wie einst Neil Armstrong auf dem Mond. Hat man von Armstrong etwa aktuelles gesellschaftskritisches Engagement erwartet? Solche kleinlichen Debatten verkennen die Großdimension von Raum und Zeit.

Ein Pfingstwunder


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