The Man Who Was Not There

Feuilleton | Analyse: Joachim Schätz | aus FALTER 20/11 vom 18.05.2011

Allen grandiosen Konzertmitschnitten zum Trotz: Bob Dylans Beziehung zum Film ist bis heute prekär geblieben

Easy Rider“ hin, "Blow Up“ her: Die Beziehung zwischen Pop und Film war in den 60er-Jahren ein einziges verpasstes Rendezvous. Im Rückblick auf Hollywoods verdrucksten Output dieser Dekade drängt sich manchmal der Eindruck auf, die Sixties hätten in zwei einander nur lose überlappenden Paralleluniversen stattgefunden.

Zum Beispiel der Juni 1966: Eben hat Bob Dylan mit "Blonde on Blonde“ einen neuen Klang erfunden und das Albenformat erweitert, da läuft als Speerspitze eines neuen, wilden Hollywood das Ehekriegsdrama "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ an. Die Verfilmung von Edward Albees Broadway-Hit war ein Wagnis im damaligen Studiokino - die Kamera ist verspielt, die Dialoge sind vulgär gewürzt, Elizabeth Taylor ostentativ abgetakelt und übergewichtig. Und trotzdem klebt auf dem ganzen Film noch der Firnis der alten Schule. Wenn in einer Raststätte plötzlich das


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