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Buchhandel 2011: verhalten

Feuilleton | aus FALTER 20/11 vom 18.05.2011

Der Hauptverband des Österreichische Buchhandels (HVB) präsentierte vergangene Woche seine jüngsten Zahlen. Fazit: Nach dem erfolgreichen Buchhandelsjahr 2010, das trotz eines Einbruchs beim Weihnachtsgeschäft ein Umsatzplus von 1,8 Prozent brachte (bestverkauftes Buch war "Hummeldumm“ von Tommy Jaud; Dirk Stermann, Michael Niavarani, Daniel Glattauer und Arno Geiger belegten die Ränge drei, fünf, sechs und neun), ist die Entwicklung heuer rückläufig: Im ersten Quartal gingen die Umsätze um 3,2 Prozent zurück, wobei sich rund um Ostern vor allem im Kinder- und Jugendbuch ein steiler Aufschwung abzeichnete. Obwohl die Belletristik für knapp ein Drittel des Gesamtumsatzes verantwortlich ist, erwies sich 2010 das Sachbuch mit einer Umsatzsteigerung von elf Prozent als dynamischstes Genre.

Als denkbar undynamisch hingegen erweist sich das Sortiment in Sachen E-Book, das - trotz des nun über ein Jahrzehnt währenden Dauerhypes - stagniert: Zwei Drittel des deutschen Sortimentsbuchhandels bieten weder E-Books noch E-Reader an; der Anteil am Gesamtumsatz liegt klar unter einem Prozent (USA: 3 %); das Sortiment umfasst lediglich 25.000 bis 30.000 Titel, und die Preise sind noch immer viel zu hoch, um potenzielle Käufer zu einem Wechsel von Papier auf Digital anzuregen. HVB-Präsident Gerald Schantin betrachtet denn das E-Book allenfalls als "Ergänzung“ zum traditionellen Buchmedium. Das lange Zeit als Hoffnungsträger gehandelte Hörbuch (2,2 Prozent Umsatzanteil 2010) befindet sich gar im "Sinkflug“. Grund: Es gibt keine eigenen Geräte, die einfach genug zu bedienen wären.


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