Fußball

Unzeitgemäße Rituale: Haare als Dankopfer

Glosse

Stadtleben | aus FALTER 20/11 vom 18.05.2011

Am Ende der Saison laufen die Haarschneidemaschinen heiß; nach den Toren fallen die Haare. Kevin Großkreutz vom deutschen Meister Dortmund wurde bereits geschoren; der Mönchengladbach-Brasilianer Dante hat einen Kahlschlag für den Fall der erfolgreichen Relegation angekündigt. Auch Sturm-Graz-Trainer Franco Foda will sich unters Messer begeben, wenn sein Verein Meister wird. Zu bestaunen ist ein merkwürdiges, nicht mehr zeitgemäßes Ritual. Die Kahlrasur kann als Dankopfer an den Fußballgott verstanden werden; der Brauch stammt aus einer Zeit, als bei Fußballern Vokuhila noch das Maß aller Dinge war. Heute hat das Opfer seinen Sinn verloren; die Glatze ist auch unter Kickern längst eine anerkannte Frisurvariante. Als Alternative böte sich eine Tattoo-Entfernung an. Laser statt Rasierer: Das wäre wirklich ein Opfer.


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