Prost!

Bunt, süß und doch erfrischend - hin und wieder Limo ist okay

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Capri-Sonne

Stadtleben | aus FALTER 20/11 vom 18.05.2011

E rinnert sich noch jemand an die Milch, die im Plastikbeutel samt Haltebecher über die Verkaufstische gereicht wurde? Die Hochzeit dieser Verpackungsform waren die 70er-Jahre. Der eiligen Frau des Hauses sind damals wohl zu viele Exemplare im "spießigen“ Weidenkorb geplatzt, als dass die Packung weiter auf dem Markt Bestand gehabt hätte. Ein in Heidelberg ansässiges Unternehmen hat sich diesem an sich klugen Verpackungsformat (schneidet in der Ökobilanz relativ gut ab!) mit anderen Materialien gewidmet und damit den weltweiten Durchbruch geschafft. Die Capri-Sonne scheint bereits seit 40 Jahren, und sie scheint immer heller. Klassiker dieses Kindergetränks sind Orange und Apfel, Multi-Vitamin und Kirsche nicht zu vergessen. Ursprünglich dürfte der Erfinder Rudolf Wild mit Zitrone begonnen haben, das jedoch in dieser Form nicht mehr produziert wird. Schade, eigentlich. Zitrone ist wohl ein Geschmack, der tendenziell Erwachsene anspricht und dadurch nicht in die Zielgruppe passt. Auch dank Werbefiguren wie dem legendären Boxer Muhammad Ali konnte sich das Kindergetränk weltweit durchsetzen.

Aber schmeckt es auch? In der Gesamtschau mit der trashigen Alu-Leichtverpackung kommt der Charakter des Orangensaftgetränks einigermaßen natürlich daher, obwohl der Fruchtsaftgehalt bei mageren zwölf Prozent liegt. Zehn Gramm Zucker auf 100 Milliliter Saft - das ist der kritische Punkt, weswegen diese Limo wohl eher ausnahmsweise ausgegeben werden sollte. ms


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