Van Gogh und seine Fälscher im Blind Date

Steiermark | Theaterkritik: Hermann Götz | aus FALTER 20/11 vom 18.05.2011

Schön, aber für Ausdauernde: August Zirner in der Theo-van-Gogh-Adaption "Blind Date“ am Schauspielhaus Graz

Irgendein Lokal in irgendeiner Stadt. Zwei Menschen, die reden, flirten, spielen, streiten, sich verletzen, dem Gegenüber Zuneigung, Wut und Verzweiflung ins Gesicht schütten. Die ganze Wucht, die ganze Dunkelheit einer kaputten Liebe in der Unterhaltung zweier vermeintlich Fremder. Als der US-Regisseur Stanley Tucci 2008 ein Remake von Theo van Goghs Film "Blind Date“ aus dem Jahre 1996 drehte, schlüpfte er selbst in die Rolle der männlichen Hauptfigur Pom. Die in Graz uraufgeführte Bühnenfassung ist vom Tucci-Film inspiriert, das stellt Jens Burdes Bühnenbild gleich einmal klar. Der Abend begleitet Pom und seine Frau Katja (Steffi Krautz) bei einem Experiment, durch das sie nach dem Unfalltod ihrer Tochter wieder zueinander finden wollen: Sie verabreden sich per Zeitungsannonce und schlüpfen für diese Treffen in unterschiedlichste Rollen, ein Spiel, das sie allerdings


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