Tipps Pop

Legendentage mit Yusuf, Patti Smith & Lydia Lunch

Lexikon | aus FALTER 21/11 vom 25.05.2011

Geboren wurde er als Steven Demetre Georgiou, berühmt wurde er als Cat Stevens. 1977 konvertierte dieser Faserschmeichler unter den Hippie-Liedermachern zum Islam, nannte sich Yusuf Islam und ließ die Musik Musik sein. Irgendwann verkürzte er den Namen auf Yusuf; mit der Musik hat er auch seinen Frieden gemacht. Jetzt tourt der Mann mit den drei Namen und den vielen Folkpopklassikern mit einem vorwiegend aus alten Hadern bestehenden Programm, und am Tourplakat ist "Cat Stevens“ zur Sicherheit weit größer geschrieben als "Yusuf“. Klingt, als würde hier - Islam hin oder her - das ganz große Nostalgiefass aufgemacht.

Religion spielt auch bei Patti Smith eine Rolle, gilt die US-Künstlerin doch als "Godmother of Punk“. Punk und Rock ’n’ Roll gibt sie diesmal aber an der Garderobe ab: Die New Yorker Musikerin und Poetin gastiert im Trio mit Lenny Kaye und Tony Shanahan im Burgtheater; ihr Programm "Music and Words“ umfasst eine Lesung, Spoken Word Poetry und akustisch interpretierte Lieder.

Wenn Patti Smith die gütige Hippie-Version der Punkgöttin ist, verkörpert Lydia Lunch das biestige Gegenstück. Eben erst gastierte sie beim Donaufestival, um ihr Debütalbum "Queen of Siam“ aus dem Jahr 1980 aufzuführen. In Wien tritt die New Yorker Underground-Institution jetzt im Duo mit Philippe Petit auf. Die beiden präsentieren ihre neue Picture-Disc-Vinyl-EP, die beim Wiener Label Comfortzone erscheint. Musikalisch ist Lunch damit gar nicht so weit von ihrem Debüt entfernt, das die Punk- und No-Wave-Szene einst durch hinterfotzige Easy-Listening-Klänge irritierte: "In Comfort“ beinhaltet drei düstere Psycho-Chansons, die nie wirklich grob werden und doch stets unheilschwanger klingen. GS

Wiener Stadthalle, Di 20.00 (Yusuf); Burgtheater, Mo 20.30 (Patti Smith); Mak, Säulenhalle, Di 20.00 (Lunch & Petit)


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