Ohren auf  

Dreimal nichts für chronische Frohnaturen

Sammelkritik

Lexikon | Gerhard Stöger | aus FALTER 21/11 vom 25.05.2011

Stellen Sie sich vor, das Jazz-Alien Sun Ra wäre bei einer seiner intergalaktischen Reisen Anfang der 70er-Jahre durch ein Zeitloch gepurzelt und 2011 im Proberaum der Melvins gelandet. Die hätte er von den Noiserockavantgardisten zu einer abenteuerlustigen Trauermarschkapelle mit der Lizenz zum groovebetonten Haudrauf umgemodelt und ihnen eine Sängerin mit ebenso ausdrucksstarker wie unheilschwangerer Stimme plus eine Festplatte voll atmosphärischer experimenteller Elektronik verpasst. Ungefähr so klingt das schlicht mit dem Bandnamen betitelte Debüt des in seiner Eigensinnigkeit großartigen Quintetts Broken.Heart.Collector, bei dem die slowenische Sängerin Maja Osojnik gemeinsame Sache mit der Wiener Artrockinstitution Bulbul und der Klarinettistin und Saxofonistin Susanna Gartmayer macht. Als CD erscheint "Broken.Heart.Collector“ bei Discorporate, das steirische Liebhaberlabel Rock Is Hell kümmert sich um die limitierte Vinyledition.

Aber das Leben lebt passen mit ihrem Schwermutpop


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