Am Apparat  

Warum gibt die ÖH viel Geld für ein Café aus, Frau Kroisleitner?

Telefonkolumne

Politik | aus FALTER 21/11 vom 25.05.2011

Ausgerechnet ein Kaffeehaus sorgte vor der ÖH-Wahl für Wirbel: In der Währinger Straße 18 eröffnete die ÖH Uni Wien das Café Rosa, das dezidiert "antiklerikal“, "antisexistisch“ und "antiheteronormativ“ sein soll. Für das Projekt haben die linken Studierendenvertreter 390.000 Euro veranschlagt. Ist das in Ordnung? Darauf antwortet Oona Kroisleitner vom ÖH-Vorsitzteam der Uni Wien.

Frau Kroisleitner, warum geben Sie 390.000 Euro für ein Kaffeehaus aus?

Bis jetzt sind 160.000 Euro für die Ablöse ausgegeben worden und 16.000 Euro für den Umbau, damit das Café barrierefrei ist. Wir haben damit einen Raum geschaffen, wo sich Studierende vernetzen können. Davon gibt es zu wenige an der Uni Wien.

160.000 Euro sind extrem viel Geld.

Das inkludiert die ganze Bar und die Ausstattung. Wir haben vorab von einem Anwalt prüfen lassen, ob diese Ablöse gerechtfertigt ist.

Ist es in Ordnung, die Zwangsbeiträge der ÖH für ein Kaffeehaus auszugeben?

Das Kaffeehaus wurde aus Rücklagen der ÖH Uni Wien finanziert, das kam nicht aus dem laufenden Budget. Die ÖH Uni Wien hat in den letzten Jahren sehr sparsam gearbeitet.

Trotzdem sind es Beiträge, die Studierende eingezahlt haben.

Ja, aber das Café ist auch für die Studierenden gedacht, damit die einen Raum haben. Ab Juni wird es Plena geben, wo alle Studierenden hinkommen und das Kaffeehaus so mitgestalten können, wie sie es richtig finden.

Das Café ist "antisexistisch“, "antiklerikal“ und "antiheteronormativ“. Was heißt denn das?

Das sind unsere Grundsätze. Das geht nicht gegen Menschen, sondern gegen Strukturen, etwa gegen die Kirche, die Frauen diskriminiert. Wir wollen zum Beispiel nicht, dass im Café religiöse Veranstaltungen stattfinden.

Aber eine Nonne dürfte eine Melange bei Ihnen trinken?

Natürlich. Wir werden auch keine Leute raushauen, die ein Kopftuch tragen oder eine Kippa.

Interview: Ingrid Brodnig

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