Wie man im Stil der Plebejer das System bekämpft

Politik | aus FALTER 21/11 vom 25.05.2011

In "Figuren des Immunen“ entwirft Isabell Lorey ein Modell des politischen Widerstands, das Stärke im Sich-Entziehen sucht

Rezension: Andrea Roedig

Das Dilemma westlich kapitalistischer Gesellschaften ist, dass gegen sie kein revolutionäres Kraut wachsen kann. Wo Macht und Herrschaft, wie Foucault es formulierte, nicht repressiv, sondern "produktiv“ agieren, wo das System auch Heterogenes fröhlich wie ein Nichts verdaut und die Subjekte als Ego-Unternehmer ihre Unterwerfung selbst organisieren, wird Umsturz zu einer beinahe unmöglichen Sache. Sehr wohl besteht ein Unbehagen am System. Aber es fehlt das erlösende Werkzeug, der Hebel, mit dem sich die herrschende Logik sprengen ließe. Seit Jahren kreist daher die linke Theorie um das Problem, wie - und warum überhaupt - in einer erlaubenden Gesellschaft radikale Kritik und Widerstand gedacht werden muss.

Einen interessanten Vorschlag in diesem Feld macht nun Isabell Lorey mit ihrem Buch "Figuren des Immunen“. Es ist ein großangelegter,


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