Mediaforschung  

Was hat eine Frau im Bikini mit der Uni zu tun, Herr Maunz?

Nachfragekolumne

Medien | Vera Bandion | aus FALTER 21/11 vom 25.05.2011

Ein weißer Bikini und viel nackte Haut - vor blauem Himmel ist eine junge Frau in selbstbewusster Pose abgelichtet. Nur der Spruch neben ihr verrät, dass das Plakat nicht aus der aktuellen H&M-Werbekampagne für Bademode stammt. "Ich wähl AG! Und du?“ steht neben der Bikinischönheit auf dem Plakat der Aktionsgemeinschaft Graz, die diese Woche bei der Wahl der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) antritt.

Was will die AG den Studenten damit sagen? Warum werben die ÖVP-nahen Studentenvertreter mit einer Frau in Badekleidung? "Das Sujet soll aufmerksam machen auf die ÖH-Wahl. Wir wollen mit dieser Plakatserie für eine höhere Wahlbeteiligung sorgen“, sagt Philipp Maunz, Spitzenkandidat der AG Graz. Die Grazer Watchgroup gegen sexistische Werbung wurde mittlerweile bereits auf das Plakat aufmerksam. Auf ihrer Webseite bezeichnet sie das Bild der Halbnackten als "sexualisierte Darstellung“, die nur als Blickfang diene und nicht in Zusammenhang mit dem beworbenen Produkt stünde. "Den Vorwurf des Sexismus weise ich zurück“, sagt Maunz, "es ist überhaupt nicht sexistisch, wer das so sieht, dürfte dann auch nicht in ein öffentliches Schwimmbad gehen.“

Die junge Frau auf dem Plakat ist übrigens selbst Studentin und Mitglied der AG. Im Gegensatz zu den drei anderen Sujets der Kampagne: ein kleines Kind, ein alter Mann und die Freiheitsstatue.

"Das hat inhaltlich nichts mit unseren Forderungen zu tun, aber die junge Dame im Bikini oder die Freiheitsstatue sind ja Bilder, die das Interesse der Leute wecken“, sagt der Studentenpolitiker. "Wir werden nach der Wahl sehen, ob die Kampagne gefruchtet hat. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass eine höhere Wahlbeteiligung auch auf diese Plakatserie zurückzuführen sein könnte.“


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