Betreten verboten im Kirschgartenwäldchen

Feuilleton | aus FALTER 21/11 vom 25.05.2011

Tschechow im Flüchtlingsdorf Macondo: Der Finne Kristian Smeds sucht und findet den "Kirschgarten“ am Wiener Stadtrand

Reportage: Christopher Wurmdobler

Eine sehr hohe, sehr gelbe Blechwand umgibt den Parkplatz der Großhandelskette Metro am Wiener Ostrand. Jemand hat eine Lücke in die Wand geschnitten, kaum einen halben Meter breit. "Tschetschenja“ wurde in kyrillischen Buchstaben neben die inoffizielle Tür gesprayt; ein Trampelpfad führt hier in Simmering in eine andere Welt. Genau da steht jetzt der finnische Regisseur Kristian Smeds mit seinem Team. Recherche für die Festwochen. Das Festival hat Smeds eingeladen, ein vielbeachtetes Tschechow-Projekt, das er vergangenen Sommer mit litauischen Schauspielern in Vilnius realisiert hat, im Wiener Flüchtlingsdorf Macondo zu wiederholen.

Damit das Dorf am Rande der Stadt, eine weitläufige ehemalige Kaserne, in der seit den 50er-Jahren immer wieder Flüchtlinge aus den jeweiligen Krisenregionen der Welt - Ungarn, Chile oder aktuell


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