"Zu mir war Miles Davis nett“

Feuilleton | aus FALTER 21/11 vom 25.05.2011

Ein dreitägiges Porträt im Porgy & Bess würdigt Hans Salomon, die letzte aktive Vaterfigur des österreichischen Jazz

Porträt: Andreas Felber

Heute ist Jazz gesellschaftlich anerkannt. In den 50ern haben dagegen noch viele gesagt: Ach, diese Negermusik! Fatty George ist von der Hochschule geflogen, weil er Saxofon gespielt hat!“

Wer mit Hans Salomon plaudert, taucht rasch ein in die Vergangenheit, in ein Sammelsurium aus Anekdoten und Geschichten. Kein Wunder: Der 77-jährigen Wiener Musiker blickt auf eine sechs Dekaden umfassende Saxofonistenkarriere zurück.

Musikalisches mischt sich im Gespräch zwanglos mit Privatem. Salomons Tonfall bleibt stets angenehm unaufgeregt. Egal, ob er davon erzählt, dass er kürzlich seinen vierten Herzinfarkt - glücklicherweise unbeschadet - überstanden hat, ob es darum geht, dass er aufgrund seiner teiljüdischen Herkunft anno 1943 nicht in die nächste Schulklasse aufsteigen durfte, oder ob er auf diesen speziellen Abend des Jahres 1960 zu sprechen

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