Stadtrand 

Telefon oder Theater - beides geht echt nicht

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 21/11 vom 25.05.2011

Die Dame, die kürzlich bei den Wiener Festwochen im Marthaler drei Reihen schräg vor uns saß und während des, zugegeben, etwas langsamen Theaterabends alle paar Minuten ihr iPhone zückte, um nachzusehen, wie spät es ist, SMS zu schreiben bzw. zu empfangen oder einfach nur einmal zu schauen, ob’s eh noch geht, das iPhone, die Dame hat echt Glück gehabt. Nämlich dass uns drei Reihen trennten. Sonst wär ihr Telefon womöglich auf die Bühne geflogen (wo man zu einem späteren Zeitpunkt übrigens eine Art Curling-Turnier mit Handys veranstaltete). Glück hatten auch alle anderen Theaterbesucher, die ständig ihre Smartphones zückten und damit die Tribüne beleuchteten. Bitte, das geht doch nicht! Die Lautsprecherstimme vor der Vorstellung fordert doch ausdrücklich "abschalten“. Die sagt nicht "lautlos schalten“ oder "bitte schreiben Sie ruhig SMS“ und "googeln Sie wie blöd“. Kann man eigentlich mit diesen "Publikumsmagneten“, mit denen uns der Festivalsponsor, ein Mobilfunkbetreiber, zuschüttet, auch Handydaten löschen?


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige