Prost!  

Es muss ja nicht immer Eistee Marke Eigenbrau sein

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Rauch Eistee Black

Stadtleben | aus FALTER 21/11 vom 25.05.2011

Jetzt ist es also wieder Zeit, an Eistee zu denken. Eines vorweg und für zu Hause gedacht: Es ist schön, wenn übriggebliebener Schwarztee nicht abflusswärts, sondern die Speiseröhre entlang seine kühlende Wirkung tut. Ach, man fühlt sich so praktisch veranlagt in dieser verschwenderischen Zeit. Die Getränkehersteller tun einiges dafür, um Koffein auch in erfrischender Form an den wenig raffinierten und mobilen Gaumen zu bringen: Energy-Drinks, gekühlter Caffè Latte im Becherformat und eben picksüßer Eistee.

Nun hat das Vorarlberger Unternehmen Rauch seinen neuen Eistee namens Black in zweifacher Ausführung ("Citrus Charge“ und "Peach Power“) auf den Markt gebracht. Dass ein an Energie und Strom erinnerndes Produktdesign nicht im Widerspruch zum erfolgreichen Absatz steht, weiß man - speziell, was das aufputschende Marktsegment angeht. Aber man kann wirklich übertreiben.

Der in schwarzes Plastik abgefüllte Eistee wurde geschmacklich nun in fast jeder Hinsicht verstärkt. Mehr Koffein, mehr Frucht, weniger Zucker (das Zeug schmeckt erstaunlicherweise trotzdem sehr süß) und - für Eistee eher ungewöhnlich - Kohlensäure. Man soll sich wohl nach dem "Genuss“ dieses Getränks wie ein frisch aufgeladener Duracellhase fühlen, der energisch durch die Straßen marschiert. Vielleicht sind Sweetie Peach, Koffein und Kohlensäure dafür verantwortlich, dass dieser Geschmack auf der Zunge implodiert, anstatt - wie uns die Werbung weismachen will - zu explodieren. MS


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