Aus dem Mülleimer der Historie

Steiermark | aus FALTER 21/11 vom 25.05.2011

Das Museum im Palais setzt auf unkritische Präsentation von Herrscherkultur

Museumskritik: Herwig G. Höller

Mit Habsburgereien war das Joanneum schon zuvor aufgefallen: Sei es 2008 im Grazer Kunsthaus mit einem subtilen Bodenbelag in Schwarz-Gold, der als Teil von Thyssen-Bornemisza Art Contemporary präsentiert wurde - diese Sammlung wird bekanntlich von Francesca Habsburg geleitet, die Farben sind jene der kakanischen Herrscherfamilie. Oder 2009, als der 150. Todestag von Erzherzog Johann von Österreich, dem Gründer des Joanneum, auch von "seiner“ Institution hochgradig affirmativ begangenen wurde. Doch das Museum im Palais - die kulturgeschichtliche Sammlung des Joanneum ist durch eine Rochade mit der Neuen Galerie nunmehr im Palais Herberstein in der Sackstaße eingezogen - setzt dieser Tendenz die Krone beziehungsweise den steirischen Herzoghut auf: Ein derartig unkritisches Abfeiern feudaler Herrscherkultur hat Graz schon lange nicht mehr gesehen.

Das Pathos beginnt dabei bereits


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