Theater Kritiken

Der Weg in den Wahnsinn ist öd

Lexikon | Sara Schausberger | aus FALTER 22/11 vom 01.06.2011

Es gibt Stücke, die brauchen eineinhalb Stunden, um Spannung aufzubauen, nur ist es dann meistens schon zu spät. Dieter Haspels Inszenierung von Nikolai Gogols Novelle "Tagebuch eines Wahnsinnigen“ ist so ein Fall. Erst gegen Schluss, als der Beamte Proprischtschin (Helmut Berger) endgültig wahnsinnig geworden ist und verkündet, er wäre der spanische Thronfolger Ferdinand VIII., gewinnt der Monolog an Spannung. Davor verliert sich das Stück in kreativen Sprechweisen mit falsch konnotierten Worten, die den mühsam hervorgebrachten Text noch unzugänglicher machen. Der Trott des Beamtenlebens schlägt sich in der einfallslosen Inszenierung nieder, Black bedeutet Szenenwechsel, und Stimmen aus dem Off sind die aus Proprischtschins Kopf. Richtig spannend wird es bis zum Schluss nicht.

Garage X, Di, Mi, Do 20.0


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