"Mütter und Töchter“, mehr als nur Schicksal

Lexikon | Michael Pekler | aus FALTER 22/11 vom 01.06.2011

Weil sich in Los Angeles im Mainstreamkino die Schicksale kreuzen, trifft es diesmal die Mütter und Töchter. "Mother and Child“ heißt also der von Alejandro G. Iñárritu produzierte Episodenfilm von Rodrigo García, der bereits in "Nine Lives“ neun Frauenleben parallel zu erzählen wusste. Dass diesmal die Geschichten jener drei Frauen, um die sich in "Mother and Child“ alles dreht, überzeugen, liegt daran, dass eine tiefere Beziehung zwischen ihnen besteht als bloße Schicksalsfügung. Annette Bening spielt eine verhärmte Physiotherapeutin, die ihre kranke Mutter pflegt und sich nicht verzeiht, vor vielen Jahren ihr Kind zur Adoption freigegeben zu haben; Naomi Watts eine erfolgreiche kinderlose Anwältin, deren harte Schale so manchen Riss aufweist; und Kerry Washington ist auf der Suche nach einem zur Adoption freigegebenen Baby. Überraschenderweise hält sich "Mother and Child“ mit gemeinpsychologischen und pseudomoralischen Botschaften angenehm zurück. Und sieht man über die dramaturgische Konstruiertheit hinweg, bieten die Mütter und Töchter vor allem erstklassiges Schauspielerinnenkino.

Ab Fr in den Kinos (OF im Artis)


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