Seinesgleichen geschieht

Grasser, Kickl, Hahn - ein Land im Zauberbann von Schuld und Häme

Der Kommentar des Chefredakteurs


Armin Thurnher
Falter & Meinung | aus FALTER 22/11 vom 01.06.2011

Manche Ungewissheiten quälen, aber lustvoll. Hat Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser die Finanz betrogen, der er selbst vorstand? Hat FPÖ-Abgeordneter Helmut Kickl verstanden, was der Zauberberg ist? Und was bedeutet das Getue um des EU-Kommissars Johannes Hahn zu einem knappen Fünftel abgeschriebene Dissertation? Fragen über Fragen. Leider lauter Fragen, die Stammtischgewissheiten provozieren.

Allen Fragen gemeinsam ist eine Ebene, die des Jägerischen. Hier soll jemand erwischt, gehetzt, ja erlegt werden. Etwas Stammesgesellschaftliches blitzt auf, etwas, was in den modernen digitalen Kollektiven wiederkehrt: die Jagdmeute. Die Netzgesellschaft ist stolz auf so etwas wie Schwarmintelligenz. Der elektronische Lynchmob ist nichts Neues, in Gesellschaft kann sich alles steigern, die Fähigkeiten steigen, die Instinkte sinken.

Die - wie zu befürchten steht - nicht besonders zahlreichen Leser der Zeitschrift Merkur wissen, dass alarmistisch gestimmte Gesellschaften denunziatorisch funktionieren.

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