Kommentar

Wikileaks in Grün, oder: Die Lebenslüge der Rapid-Welt

Sport


Johann Skocek

Falter & Meinung | aus FALTER 22/11 vom 01.06.2011

Der "Sport“ gründet sich auf das Dogma von der Besserung des Menschen. Der Körper gilt als Ansatzpunkt einer ganzheitlichen Menschenbildung. Riefenstahls Olympia-Filme von den Nazi-Spielen 1936 haben unter Ausbeutung antiken Vokabulars die ästhetische Formensprache definiert. Werte wie Anstrengung, Fairness und Unterwerfung unter einen Regelkanon stehen Marterln gleich auf dem Weg der Menschheit von der Barbarei zur Zivilisation.

Als der vollschlanke Jüngling mit den Tattoos ("seek and destroy“) Rapids heiligen Rasen erstürmte, widersetzte er sich der bürgerlichen Ordnung und ihrem ästhetischen Ideal. Er und seine Kumpane sind der (im mehrfachen Sinn) schlagende Beweis für die Lebenslüge des sportmedialen Komplexes. Die Appeasement-Politik der Rapid und ihres Fan-Beauftragten Andy Marek ist also Teil eines breiten Konsenses und lukrativen Geschäftszweigs und kann nicht auf falsch verstandene Toleranz reduziert werden.

Dietrich Mateschitz’ Zuckerlrosawelt von Rasenball bis

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