Am Ende doch noch etwas Gerechtigkeit

Falter & Meinung | Kommentar: Gerald Knaus | aus FALTER 22/11 vom 01.06.2011

Ratko Mladics Verhaftung ist trotz allem ein Sieg für die internationale Gerichtsbarkeit - 16 Jahre nach Srebrenica

Am Anfang stand ein Traum: das erste internationale Gericht seit Nürnberg, 1993 ins Leben gerufen vor dem Hintergrund der Grausamkeiten auf dem Balkan. Dem Traum folgte die Ernüchterung. Als der erste Präsident des Gerichtshofs in Den Haag erschien, gab es weder Mittel noch einen Willen, ja im ersten Jahr nicht einmal einen Staatsanwalt. Es gab weder Verhaftungen noch Kooperation der internationalen Staatengemeinschaft. Vielen schien der eben erst eingerichtete Gerichtshof schon wieder lästig, eine Bürde auf der Suche nach einem, nach irgendeinem Frieden.

Auf die Ernüchterung folgte der Albtraum. Im April 1993 überfielen kroatische Paramilitärs das bosnische Dorf Ahmici bei Vitez und ermordeten über 100 muslimische Zivilisten. Im Sommer 1995 kam es zum Völkermord in Srebrenica. Keine der Kriegsparteien hatte auch nur einen Moment gezögert, Verbrechen zu begehen -


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige