Kolumne

Gebetbuch statt Facebook? Was Revolutionäre fürchten

 Außenpolitik

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 22/11 vom 01.06.2011

Vier Monate nach dem Beginn des Aufstands in Ägypten ist die Protestbewegung aus den Schlagzeilen verdrängt worden. Zu Unrecht, denn jetzt entscheidet sich, wohin sich die arabische Welt entwickeln und wie stark die Rolle der Islamisten an der Südgrenze Europas sein wird.

Offensichtlich ist, dass es keinen einheitlichen Fortschritt Richtung Demokratie geben wird. Das, was zunächst die Stärke der Bewegungen ausmachte, die sich gegen die Despotien formierten, nämlich das Fehlen einer geschlossenen Ideologie und einer führenden Organisation, wird jetzt zu ihrer Schwäche: Die Opposition ist gespalten und uneinig über das anzustrebende Ziel.

Vergangenen Freitag versammelten sich wieder Tausende auf dem Tahrir-Platz in Kairo, um radikalere Reformen und die Abrechnung mit dem alten Regime zu fordern. Die stärkste oppositionelle Organisation jedoch fehlte: Die Muslimbrüder hatten sich zurückgezogen, um die Generäle, die das Land bis zu den Wahlen regieren, nicht zu irritieren. Die Bruderschaft,


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