Am Apparat

Herr Doktor, welches Kugerl heilt meine Homosexualität?

Telefonkolumne

Politik | Interview: Joseph Gepp | aus FALTER 22/11 vom 01.06.2011

Homosexualität wegtherapieren mittels Psychotherapie oder Homöopathie - das bietet der deutsche "Bund Katholischer Ärzte“ mit Sitz in München und geplanter Dependance in Wien auf seiner Homepage an. Der Falter-Redakteur gab sich als verunsicherter Schwuler aus und bat unter falschem Namen in München um Rat.

Guten Tag, ich habe auf Ihrer Seite im Internet gelesen, dass man Tabletten gegen Homosexualität nehmen kann. Welche wären das denn?

So einfach ist das nicht. Das ist eine Konstitutionstherapie mit Hochpotenzen. Das können Sie nicht machen wie bei der Schulmedizin, wenn sie was gegen Ihre verstopfte Nase nehmen. Sie brauchen einen Homöopathen.

Kann ich die Tabletten nicht einfach rezeptfrei in der Apotheke kaufen?

Theoretisch schon, aber das ist individuelle Medizin. Sie werden sechs bis sieben verschiedene Medikamente nehmen müssen. Welche genau, das wird vorher in einer Anamnese herausgearbeitet.

Einer Art Diagnose?

So ungefähr.

Wann kann ich rechnen, dass ein erster Effekt einsetzt?

Ein bisschen dauert es, vielleicht ein Jahr. Ein Vierteljahr allein braucht das Bindegewebe zum Entgiften.

Entgiften wovon?

Von Erbgiften, Tuberkulose zum Beispiel, aber auch von Sexualkrankheiten der Ahnen. Nach der Entgiftung kann man das Konstitutionsmittel herausarbeiten.

Können Sie mir einen Arzt in Wien empfehlen, der Therapien durchführt?

Eigentlich können Sie bei jedem Homöopathen danach fragen. Aber ich kenne zwei Ärzte in der Nähe von Wien, von denen ich weiß, dass sie die Therapien durchführen.

Wie stehen bei denen die Chancen?

Ich spreche immer vom "lila Eisberg“. Sie brauchen irgendetwas, wo der Homöopath ansetzen kann. Einen bestimmten Traum, den Sie haben, oder eine Stelle am Körper, die juckt. Dann kann man da wohl was machen.


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