Finanzexperte Doralt: "So naiv kann ein Finanzminister nicht sein“

Politik | aus FALTER 22/11 vom 01.06.2011

Der Falter hat dem Wiener Finanzrechtsprofessor Werner Doralt, Autor des wichtigsten Fachbuches zum Einkommensteuergesetz, die Aussagen von Grassers Steuerberater zu dessen Stiftungen vorgelegt. Doralt wittert Steuerhinterziehung im großen Stil.

Falter: Herr Professor Doralt, Sie kennen die Argumentation und die Einvernahmeprotokolle des Steuerberaters von Karl-Heinz Grasser. Wie beurteilen Sie die Stiftungs- und Firmengeflechte des Ex-Finanzministers?

Werner Doralt: Grassers kompliziertes Firmengeflecht ist nicht nur zur Verschleierung der Finanzen vor der Öffentlichkeit geeignet - dies war ja Grassers erklärtes Ziel -, sondern genauso auch zur Verschleierung vor dem Fiskus.

Wo liegt das Problem seiner Stiftungen?

Doralt: Für mich stellt sich zunächst die Frage, woher die Stiftungen die Millionen haben, die sie Grasser als Darlehen gaben. Wenn das Geld tatsächlich aus Grassers Beraterleistungen für Meinl stammt, dann hätte er den Betrag in Österreich versteuern müssen.

Grassers Anwalt


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