Warum aus biederen Beamten Mörder wurden

Politik | Rezension: Sebastian Kiefer | aus FALTER 22/11 vom 01.06.2011

Wieso haben so wenige Wehrmachtssoldaten das Ermorden wehrloser Opfer verweigert? Neue historische Quellen geben neue Antworten

Noch immer vergeht kein Jahr ohne sensationell aufgemachte Enthüllungen über den Nationalsozialismus. Ende letzten Jahres war es - wieder einmal - das deutsche Auswärtige Amt, das "entlarvt“ wurde. Es herrschen jedes Mal aufs Neue Enthüllungsmentalität und Betroffenheitsprojektionen.

Das soeben erschienene Buch von Sönke Neitzel und Harald Welzer bildet hier eine Ausnahme. Die zwei Forscher dokumentieren in ihren "Protokollen vom Kämpfen, Töten und Sterben“, dass das Morden selbstverständlicher Teil des Soldatenalltags war. Das Buch stützt sich auf 150.000 Seiten Abhörprotokolle. In von Briten und Amerikanern eingerichteten Lagern wurden deutsche Kriegsgefangene aller Ränge heimlich belauscht. Sie sprachen über militärische Geheimnisse, ihre Gegner und die Judenvernichtung. Das Buch ist ein Meilenstein nicht nur für Historiker und Psychologen,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige