Wieder gelesen

Bücher, entstaubt 


Politik | Joseph Gepp | aus FALTER 22/11 vom 01.06.2011

Vom Amselfeld nach Lazarevo

Der Vorteil am Balkan: Man muss keine brandaktuellen Bücher lesen, wenn man ihn verstehen will. Denn an den düsteren Bestandsaufnahmen ändert sich ohnehin kaum etwas. Wer sich also anlässlich der Verhaftung von Ratko Mladic ins Thema einlesen will, der kann auch auf einen gut geschriebenen Überblick zweier Spiegel-Autoren von 2009 zurückgreifen: Verständlich und routiniert erklären Olaf Ihlau und Walter Mayr das "Minenfeld Balkan“. Der Leser erfährt, warum Bosnien und Kosovo nicht zwei grundverschiedene Dinge sind und warum die ominöse Amselfeldschlacht von 1389 die Volksgruppen auf dem Balkan immer noch beschäftigt. Eine notwendige Grundlage für das Verständnis jedes Fernsehnachrichtenbeitrags, der den komplizierten Balkan betrifft - fernab vom offiziell-europäischen Zwangsoptimismus. Lesenswert!

Olaf Ihlau, Walter Mayr: Minenfeld Balkan. Der unruhige Hinterhof Europas. Siedler 2009, 304 S., € 23,60


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