Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 22/11 vom 01.06.2011

Und wieder ist der Aufzug kaputt. Wie soll da der behinderte Frederick in seine Wohnung kommen? Und warum ist Constanze, das Biest mit den verführerischen Augen, plötzlich so zärtlich? Es scheint, als würde sie mehr für Dino empfinden. Frau Dr. Busch ist tablettensüchtig, als hätte Frank mit seinem Installateursbetrieb nicht schon genug Sorgen. Die ARD-Seifenoper "Marienhof“ (Mo-Fr, 18.25 Uhr) erzählt seit 1992 den deutschen Alltag in einem fiktiven Kölner Stadtteil.

Die Kneipe Uns Veedel, die Discothek Foxy und eine Wohngemeinschaft sind Schauplätze einer Schar, die nach den Drehbuchidealen Interkulturalität und Barrierefreiheit funktioniert. Die Serie ist der Beweis dafür, dass Leidenschaften auch dann ein Publikum finden, wenn sie kein Landgut zur Kulisse haben. Doch immer weniger wollen den großen deutschen Gesellschaftsroman sehen. Nach 3900 Folgen, in denen 24 Figuren starben und 14 Kinder geboren wurden, geht bei den Marienhofern am 15. Juni das Licht aus.


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