Faschiertes aus Kamelscheiße und Herrschaft durch Unterhaltung

Thomas Edlinger | Feuilleton | aus FALTER 22/11 vom 01.06.2011

Zwar fallen in "Blödmaschinen“ einschlägige Namen vom "Henkersknecht“ Dieter Bohlen bis zur Ikone des cleveren Blödseins Verona Feldbusch; zwar werden die erwartbaren Trainingslager der Verblödung von der Bild-Zeitung bis zur Castingshow in ihrem Wirken luzide seziert. Doch diesem wahrhaft gewichtigen Werk geht es vorrangig nicht um Fallbeispiele verrohter und verrohender Verdummung, sondern um eine Gesellschaft, die ihre Verblödung exzessiv vorantreibt und diese dabei auch noch genießt.

Wir alle, betonen Markus Metz und Georg Seeßlen, leben ja nicht jenseits der Welt, in der "jeder Trottel weise sein kann“, sondern wir sind in einer Welt, "in der jeder Weise zum Trottel werden kann“. Der in sich durchaus wieder hochintelligente Mechanismus, der den Rohstoff der Wahrnehmungen zu Produkten verwandelt, wird hier als Erscheinungsweise der Blödmaschinen bezeichnet.

Die heutigen Blödmaschinen unterdrücken unsere Bedürfnisse nicht im herkömmlichen Sinn, sondern koppeln sich

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