Politkunst für Liliputaner

Feuilleton | Kritik: Nicole Scheyerer | aus FALTER 22/11 vom 01.06.2011

Der Künstler Walid Raad mischt in seiner Festwochen-Performance Fakt und Fiktion

Die Geschichte gemahnte fast an die Pharaonen und deren Sklaven, die für den Pyramidenbau geschunden wurden: Human Rights Watch kritisierte Anfang des Jahres die verheerenden Bedingungen, unter denen die ausländischen Arbeiter beim Bau des neuen Guggenheim Museums in Abu Dhabi schufteten. Daraufhin rief der Künstler Walid Raad seine internationalen Kollegen zu einem Boykott des neuen Kunsttempels auf.

"Wer mit Steinen und Mörtel arbeitet, verdient denselben Respekt wie diejenigen, die Kamera und Pinsel benutzen“, stellte der geborene Libanese sein Schaffen auf dieselbe Stufe mit jenem der Handwerker, die Frank Gehrys 800 Millionen Dollar teure Spektakelarchitektur aus gestauchten und ineinandergeschobenen Quadern, Kegeln und Zylindern wahr werden lassen.

Die Schausammlung mit Schwerpunkt "Contemporary Arab Art“ ist erst im Entstehen, während bereits die schiefen Museumswände hochgezogen werden - kein


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