Ernst Molden raunzt noch immer, klingt auf seinem neuen Album aber so gut wie nie zuvor

Feuilleton | Plattenkritik: Gerhard Stöger | aus FALTER 22/11 vom 01.06.2011

Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen, fordert das protestantische Arbeitsbienchen. Lebe jeden Tag, als wäre es dein letzter, sagt dagegen der Hedonist. Genau dazwischen bewegt sich der Liedermacher Ernst Molden. Aber nicht "weder noch“ ist seine Devise, sondern "sowohl als auch“.

Molden ist kein Kind von Traurigkeit, ganz in diesem Sinne singt er im Titelstück des neuen Albums "Es Lem“: "ollas kennd es ledsde moe sei, drum soed ma se s uandlech gem“, aus dem Wienerischen übersetzt also: "Es könnte stets das letzte Mal sein, darum sollte man es sich ordentlich besorgen.“ Natürlich steckt da auch Melancholie mit drin, das Glas ist bei Molden aber definitiv halbvoll.

Der Wiener Autor, Musiker und Kolumnist ist aber nicht nur lebenslustig, er ist auch ein ausgewiesener Vielarbeiter. 2010 schrieb er für den Rabenhof das Singspiel "Häuserl am Oasch“, produzierte eine gleichnamige CD und fand neben vielen Konzerten auch noch Zeit für ein Album mit seiner


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