Stadtrand

Vorsicht, Stinkbomber in der Josefstadt

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 22/11 vom 01.06.2011

Nun ist es ja nicht so, dass in Wien das Olfaktorische in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu kurz käme. Zumal im Sommer. Trotzdem erlaubten sich ein paar Josefstädter Witzbolde kürzlich, einen Wagen der Straßenbahnlinie 2 geruchsmäßig noch eine Spur aufzupeppen - sie ließen eine Stinkbombe hochgehen. Einerseits waren die jungen Herren schlau genug, nicht selbst den Zug zu besteigen, in dem sie die stinkige Phiole zertreten hatten. Andererseits waren sie blöd genug, nicht mitzufahren und die Früchte ihres "Lausbubenstreichs“ zu ernten. Selbst schuld. Wir hatten nämlich jede Menge Spaß und hielten uns die Nasen zu. Nach zwei Minuten war der Gestank aber sowieso verflogen. Was hat man denn von so einem Scherz, wenn man die direkten Reaktionen drauf nicht mitbekommt! Kann man ja gleich bei fremden Leuten klingeln und wegrennen. Oder in ein Papiersackerl kacken, es jemandem angezündet vor die Haustür legen, Sturm läuten und abhauen. Ähh, macht eigentlich noch jemand so etwas? Und: Wo gibt es überhaupt Stinkbomben zu kaufen?


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