A Wohnsinn!

Reportage: Matthias Dusini Barbara Schellner | Stadtleben | aus FALTER 22/11 vom 01.06.2011

Maklerterror und Mietwucher: So wohnt das Prekariat heute (wenn es eine Wohnung gefunden hat)

Es hätte alles so schön sein können. Von der elterlichen Wohnung in Kaisermühlen in die Stadt hinein ziehen, in das Zentrum der Clubs und Kinos. Vier Monate lang durchforstete die Radiojournalistin Alexandra Augustin, 30, die Immobilienseiten der Zeitungen nach dem Angebot für eine kleine Wohnung, rief Makler an, bekam eine Absage, rief wieder an. Leider sei man nicht der einzige Wohnungssuchende junge Mensch in Wien, hieß es mit dem Unterton des Bedauerns. Wieder und wieder nichts.

Frau Augustin gehört zu jenen Menschen, die dem soziologisch schwammigen Begriff des Prekariats zuzuordnen sind; Medienarbeiter, Künstler und Kreative, die nicht angestellt sind und in den innerstädtischen Clustern von Szenelokalen, Galerien, Ateliers und Gemeinschaftsbüros leben und arbeiten. Finanziell gesehen sind sie arm, besitzen aber einen guten Geschmack und hohes, soziales Prestige.

Jene von ihnen, die

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