Die Gesellschaft ist unschuldig

Stadtleben | Analyse: Christoph Heshmatpour | aus FALTER 22/11 vom 01.06.2011

Na so was: Nach dem "Derby der Schande“ melden sich die Ultras Rapid doch noch zu Wort

Die "Ultras Rapid“ sind so etwas wie das Opus Dei des österreichischen Fußballs. Man weiß, dass es sie gibt, und ungefähr, was sie tun. In der Öffentlichkeit sprechen sie aber kaum, und deshalb wirken sie wie eine verschlossene Gemeinschaft.

"Keine Interviews“, ist die Antwort auf entsprechende Anfragen. Dabei fühlen sie sich von den Medien missverstanden. Gerade jetzt, als auf den Sturm des Platzes der nationale Sturm der Entrüstung folgte, von verschärften Sicherheitsmaßnahmen in den Stadien, harten Konsequenzen und dem "Derby der Schande“ geschrieben und gesprochen wurde. Offensichtlich haben sie es nicht mehr ausgehalten, die Ultras haben sich in einem auf ihrer Homepage veröffentlichten Brief erklärt.

Der Platzsturm sei spontan erfolgt, und bis auf ein paar Ausnahmen hätten sich die Fans auf dem Rasen friedlich benommen, heißt es da. Außerdem: "Es sind die Gründe für diese Vorfälle nicht in der Gesellschaft zu suchen, es geht einzig und allein um die Leistung der Mannschaft sowie das Handeln des Vorstands von Rapid.“ Oft spielt es den Ultras in die Hände, dass sie mit der Westtribüne gleichgesetzt werden. Dann nämlich, wenn sie ihre großen Transparente über die Breite des Blocks spannen und der Eindruck entsteht, dass die gesamte Tribüne hinter ihren Appellen wie "Kader ausmisten“ stünde. Manchmal wirkt sich das "pars pro toto“ negativ aus, wenn zum Beispiel ein paar Fans den Platz stürmen und den Ultras die Schuld gegeben wird. Unterzeichnet ist der Brief jedenfalls mit: "Die vereinte Fanszene des Block West und der Ostkurve“.


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