Heidi List

Salzen

Sexkolumne. Aufklärung für Zeitgenossen

Kolumnen | aus FALTER 22/11 vom 01.06.2011

Nachmittagsgegrille. Durcheinandergequatsche. Plötzlich sagt die Hausherrin: "Schade, dass wir nicht drinnen sitzen. Ich mag das, wenn man mir beim Kochen zusieht. Ich bin dann so sexy.“ Schweigen. Ich schwieg besonders. Kochen kommt in meiner persönlichen Liste der sexy Tätigkeiten knapp nach Hornhautraspeln und Lohnsteuertabelle ausfüllen. Die Hausherrin erkärt: "Na ja, irgendwie so: Achtung, ich salz jetzt!“ Und dann salzt sie (Slow Motion!) pantomimisch, und es hat mit Salzen so viel zu tun wie olympisches Synchronschwimmen mit Sitzen im Plantschbecken. Und dann ging uns die Fantasie durch: "Wow und dann schnappst du dir den Wasserkrug - upps, er ergießt sich über deinen Kopf!“ "Du schüttelst dein arschlanges nasses Haar!“ "Und dann ist dir kalt, was?“ "Sieht man durchs nasse T-Shirt!“, wurde gegrölt. Dann war wieder Schweigen. Die Männer sabberten ein wenig. Na super. Ich kann ja nur bucklig abwaschen. Letzter Versuch heute Abend. Da werfe ich mich in meinen im Schritt offenen schwarzen Lackledercatsuit und verkohle ein paar Morcheln in sinnlich anbrennender Butter.


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