Friedenspfeife und bunte Federn

Lexikon | Lisa Kiss | aus FALTER 23/11 vom 08.06.2011

Indianisches "Thunder in the City Pow Wow“ im LaWie

Pfeile schwirren durch die Luft. Wilde Kerle reiten - bunt bemalt und kaum bekleidet - ohne Sattel auf schwarzen Hengsten durch die weite Prärie und stimmen dabei schauderhaftes Kriegsgeheul an. So oder so ähnlich sehen die Bilder aus, die die meisten Menschen dank Karl May, Kevin Costner und Prinzessin Pocahontas von Indianern in ihren Köpfen haben. Die Jahrtausende alte Kultur der indianischen Völker Nordamerikas hat mit diesen Klischees jedoch nur wenig gemein.

Lange bevor 1492 Christopher Columbus seinen Fuß auf amerikanischen Boden setzte, war das Land bereits besiedelt. Die ältesten archäologischen Funde in Alaska sind unglaubliche 14.000 Jahre alt. Die europäische Eroberung brachte Krankheiten, Krieg und ethnische Säuberungen und vernichtete die Kultur der indigenen Völker beinahe vollständig. Deswegen ist die Weitergabe des Wissens über und die Erhaltung der noch existierenden Reste dieser Kulturen von großer Bedeutung. Dessen sind sich Politik und Stammesführer mehr denn je bewusst.

Seit nunmehr 18 Jahren reist die Shuswap Nation immer wieder nach Österreich, um ihre Traditionen beim "Thunder in the City Pow Wow“ einem interessierten Publikum zu erklären. Die Shuswap sind eine der mehr als 600 heute existierenden Stämme der First Nation - so bezeichnen sich die Ureinwohner Kanadas - aus der Provinz British Columbia. An zwei Abenden zeigen Männer und Frauen des Stammes ihre traditionellen Tänze mit Gesang und Trommelbegleitung und informieren über ihr Leben im Reservat.

Ein Pow Wow ist übrigens ein geselliges Treffen nordamerikanischer Indianer, um gemeinsam zu singen, zu tanzen, Kontakte zu knüpfen und vor allem, um die indianische Kultur zu ehren. Ob dabei auch eine Friedenspfeife herumgereicht wird? Lassen wir uns überraschen.

LaWie, Mi, Do 10.00-23.00; bis 17.6.


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